75 * 4 nem Sohne Diego(ſeine Gattin Philippa war ſchon todt) Portugal, vertraute denſelben zu Palos den Moͤnchen des Kloſters Rabida, und reiſte nach Kordova, wo damals der Koͤnig und die Koͤnigin von Spanien, Ferdinand und Iſabella, ihr Hoflager hatten. Hier legte er unter dem Schutze zweier Maͤnner, deren Achtung und Zuneigung er bald erwarb, naͤmlich des paͤpſtlichen Nunzius An⸗ ton Geraldini von Ameria und Ludwig San⸗ tangel, Rechnungs⸗Reviſors zu Valencia, doch mit mehr Vorſicht als in Portugal, ſeinen Plan vor. Allein Unwiſſenheit und Mißtrauen hinderten einen
ſchnellen Entſchluß; der darauf folgende Tod Geral⸗
dinis, der fortdauernde Widerſpruch des Miniſte⸗ riums, der Krieg endlich mit den Mauren bewog Kolumbus, die von Portugal, England und Frank⸗ reich indeſſen erhaltenen ſchriftlichen Einladungen zur Entwicklung ſeines Planes zu bedenken. Das un⸗ dankbare Portugal verſchmaͤhend, ſchickte er ſeinen Bruder Bartholomaͤ, weil er ſelbſt nach Frank⸗ reich reiſen wollte, nach England. Ungluͤcklicher Weiſe aber gerieth Bartholoma in die Haͤnde der See⸗ raͤuber, und als dieſer endlich, daraus befreit, zu London es dahin gebracht hatte, ſeinen Bruder Chri⸗ ſtoph herbei zu holen, hatten ſchon die ſpaniſchen Fahr⸗ zeuge unter ihrem liguriſchen Fuͤhrer die neue Welt begruͤßt.
Kolumbus hatte aber mit Spanien nicht mehr


