28 Du heiligteſt den jungen Hain,
Du ſtreuteſt auf den Opferſtein
Die erſten Roſenblaͤtter. Fuͤr jedes Lamm, fuͤr jede Garbe pries,
Von dir beſeelt, der Jungling ſeine Goͤtter, Und ſie zu preiſen, war ihm fuͤß.
Da knupfteſt du die ſchoͤnſten Bande,
Denn heller floß im Vaterlande
Der Bach, und ſanfter war die Luft 4
Und lieblicher der Blumen Duft.
In des Gerechten Haͤnde gab
Ein Volk den koͤniglichen Stab,
Und der gerechte Koͤnig hieß
Ein Hirt der ihm vertrauten Herde:
Und ihn zu lieben, war dem guten Volke ſuͤß.
Zu bald, o Treue! zu bald verließ Dein heiliger Fuß die Erde, Von welcher du zum Himmel gingſt, Und da der Goͤtter Glanz empfingſt! Jedoch, ein kleines Chor iſt deiner werth geblieben: Vom Himmel ruft es dich zuruͤck, Und Bürger kennen noch das Gluͤck, In ihrem Koͤnige das Vaterland zu lieben. Verlaß, o göttliche Treue, ſie nicht!


