Zwey Cantaten
auf das Geburtsfeſt des Koͤnigs von Preußen, Friedrichs des Grohßen, aufgefuͤhrt zu Halberſtadt.
Ich war lange zweifelhaft, ob ich dieſe Cantaten auf⸗ nehmen oder verwerfen ſollte. Auf der einen Seite ſah ich die Unvollkommenheit derſelben im Ganzen, und ihre einzelnen Mängel nur zu deutlich ein, zumal wenn man ſie als muſikaliſche Gedichte betrachtet, mit deren Regeln ich, als ich die Cantaten verfertigte, nicht bekannt genug war. Auf der andern Seite hatte ich mehrere Beweggründe, ſie zu erhalten. Ihre Vernich⸗ tung hätte mir wehe gethan; ſogar machte ich mir, wegen einigen Stellen, die nicht um ihrer Schönheit willen, aber aus andern Urſachen zu bleiben verdienen, ein Gewiſſen daraus. Dieſe Beweggründe bekamen das Uebergewicht. Ich wollte lieber meinem Herzen folgen, als meinem kritiſchen Gefühl; und ſollten unſre Ariſtarchen mich noch ſo laut deswegen tadeln, ſo wird es mich nie gereuen, daß ich der mächtigen Stimme in mir, und zwar der beſſern, Gehör gab.


