Teil eines Werkes 
2. Bd. (1825) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Sollte Ihnen dieſe Beſchreibung ein wenig uͤber⸗ trieben vorkommen, ſo ſehen Sie, liebenswuͤrdige Aglaja, nur außer dem engen Zirkel Ihrer Freunde mit einiger Aufmerkſamkeit ſich um. Welche Wich⸗ tigkeit in den kleinſten Vorfaͤllen, und wie leicht⸗ ſinnig huͤpft man uͤber das, was groß und edel iſt, weg! Wo bleibt der Nachdruck der Seele, wo die Waͤrme, die an allem Schoͤnen Theil nimmt? Es iſt vornehm, kalt zu ſeyn, oder zu ſcheinen, und wenn man ſich ja ſo weit erniedrigt, ein von ungefaͤhr zuruͤckgebliebenes Gefuͤhl, das man ſelbſt nicht zu haben glaubte, bey Gelegenheit auszu⸗ druͤcken, ſo muß es wenigſtens in der Hofſprache geſchehen. Die beßten Empfindungen gehen nach und nach in ein Spielwerk uͤber. Was iſt der Liebesgott derer, die von ihm ſo viel zu erzaͤhlen wiſſen? Er iſt

Noch bunter, als ein Schmetterling, Ein kleines lächerliches Ding,

Das ſich, wohin der Zephyr bläst, Zum Zeitvertreibe niederläßt;

Ein Kind, das immerfort gelüſtet, Dos ſich mit leerem Köcher rüſtet, Und doch, wenn es die Flügel regt, Ein ganzes Mädchenherz bewegt;