Teil eines Werkes 
2. Bd. (1825) Sämmtliche Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6 ich in dem anmuthigen Thal Giebichenſtein, wo ich Wieland und Sophie Laroche zum erſten Male ſah, wo beyde, von den goldnen Traͤu⸗ men ihrer bluͤhendſten Jahre umſchwebt, mein Herz erwaͤrmten, und meine Phantaſie mit ſich hinweg ruͤckten in eine ſchoͤnere Welt. Noch iſt es mir, als wuͤrden jene Lieder von der Abend⸗ ſonne beſtrahlt, in welcher ich den Vaker der Muſarion und ſeine aͤlteſte Freundin auf einer Rheinfahrt begleitete, ſie meine neueſten Gedichte zu hoͤren verlangten, und Wieland mir ein un⸗ vergeßliches Wort ſagte, das als ein Wort der Weihe, mich zu aͤhnlichen Geſaͤngen begeiſterte. So entſtand der Schmetterling; ſo mehrere kleine Werke, die mir theurer als andere ſind. Aber ſollte nicht eben dieſes mir hinlaͤngliche Burgſchaft dafuͤr leiſten, daß ein Gedicht, wel⸗ ches einer ſolchen Veranlaſſung ſein Daſeyn ver⸗ dankt, einer Stelle unter den uͤbrigen nicht un⸗ wuͤrdig iſt?

Charmides und Theone gehoͤrten eben⸗ falls zu den Dichtungen, die eine ſuͤße Schwaͤr⸗ merey hervorbrachte, und die mich an eine frohe Vergangenheit erinnern, wie gluͤcklich war ich in dem alten Hain der himmliſchen Venus, neben

h