318 Groͤße des Gebaͤudes, mit den Gewoͤlben des Kreuz— gangs verglichen, einen gewaltigen Eindruck auf das Gemuͤth. Das Auge blickt mit Erſtaunen auf die gekoppelten Saͤulen von rieſenhaften Verhaͤltniſſen, auf die Bogen, welche von ihnen bis zu einer ſo erſtaunlichen Hoͤhe emporſteigen, und auf den Men⸗ ſchen, der an ihren Fußgeſtellen umhergeht, und, im Vergleich mit dem Werk ſeiner Haͤnde, ſelbſt zur Unbedeutſamkeit herabgeſunken iſt. Der weite Raum und die Duͤſterkeit des Gebaͤudes bringen ein tiefes und geheimnißvolles Gefuͤhl der Ehrfurcht hervor. Man wandelt bedachtſam und leiſe umher, als ob man ſich fuͤrchte, das heilige Schweigen des Gra⸗ bes zu unterbrechen, waͤhrend jeder Fußtritt an den Waͤnden im Wiederhall hinfluͤſtert, und unter den Graͤbern wiederrauſcht, um es uns noch fuͤhlbarer zu machen, welche Stille wir unterbrochen haben.
Es ſcheint, als ob das Gewaltige des Ortes
die Seele belaſte, und dem Beſchauer andeute, eine
geraͤuſchloſe Ehrfurcht zu beobachten. Wirr fuͤhlen, daß wir von den vereinten Gebeinen der großen Raͤnner fruͤherer Zeit umgeben ſind, welche die Geſchichte mit ihren Thaten und die Erde mit ih⸗ rem Ruhme erfuͤllt haben. Und doch erregt es beinahe ein Laͤcheln uͤber das Eitele des menſchlichen Ehrgeizes, wenn man ſieht,


