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Die Alhambra, oder das neue Skizzenbuch / von Washington Irving
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Ich koͤnnte fortfahren, die übrigen ſchönen Gemächer dieſer Seite des Palaſtes im Einzelnen zu beſchreiben; den Tocador, oder das Toilettenzimmer der Königin, ein offenes Belvedere, auf der Höhe eines Thurmes, wo die mauriſchen Sultaninnen die reine von dem Gebirg we⸗ hende Luft und die Ausſicht auf das Paradies umher genoſſen; den abgeſchloſſenen kleinen Patio, oder Garten der Lindarara mit ſeinem Alabaſter⸗Brunnen, ſeinem Roſen⸗ und Myrthen⸗, Citronen⸗ und Orangen⸗Gebüſch; die kühlen Säle und Grotten der Bäder, wo der Glanz und die Hitze des Tages zu einem ſanften geheimnißvollen Licht und einer ſteten Friſche gemaͤßigt ſind. Allein ich enthalte mich, bei dieſen Gemälden zu verweilen; meine Aufgabe iſt blos, den Leſer im Allgemeinen in eine Wob⸗ uung einzuführen, wo er, wenn er dazu geneigt iſt, die folgenden Blätter hindurch bei mir weilen und ſich all⸗ mählig mit allen Oertlichkeiten derſelben vertraut ma⸗ chen mag.

Ein reicher Vorrath von Waſſer, durch alte mauz riſche Waſſerleitungen aus dem Gebirg hierher geführt, iſt im ganzen Palaſt vertheilt, füllt ſeine Bäder und Fiſchteiche, funkelt in Strahlen in ſeinen Sälen oder murmelt in Röhren das Marmorpflaſter entlang. Wenn es der königlichen Wohnung ſeinen Tribut gebracht und deren Gärten und Weiden beſucht hat, fließt es den lan⸗ gen Weg, der in die Stadt führt, nieder, in kleinen Bächen klingend, in Brunnen ſtrömend und ein ſtetes Grün in den Laubengängen erhaltend, welche den gan⸗ zen Hügel der Alhambra umhüllen und verſchönern. Nur wer in dem heißen Klima des Südens gewohut