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in der Entfernung, und von den röthlichen Thürmen der Alhambra*⁴) belebt, während ferne darüber die ſchneeigen Gipfel der Sierra Nevada wie Silber glänzten. Der Tag war ganz wolkenlos, und die Hitze der Sonne durch den kühlen Wind aus dem Gebirge gemäßigt; nach dem Mahle breiteten wir unſere Mäntel aus, und hielten un⸗ ſere letzte Sieſta, von dem Geſumm der Bienen in den Blüthen und dem Girren der Ringeltauben in den na⸗ hen Olivenbäumen eingelullt. Als die heißen Stunden vorüͤber waren, ſetzten wir unſere Reiſe fort; der Weg führte durch Aloegebüſch und indiſche Feigen und durch ein Labyrinth von Gärten; gegen Sonnenuntergang ka⸗ men wir an die Thore von Granada.
Der Reiſende, der von einem Gefuhl für das Hi⸗ ſtoriſche und Poetiſche durchdrungen iſt, ſieht in der Alhambra einen eben ſo würdigen Gegenſtand der Ver⸗ ehrung, wie jeder echte muhametaniſche Pilger in dem Kaaba oder dem heiligen Hauſe von Mekka. Wie vtele wahre und fabelhafte Legenden und Erzählungen; wie viele, ſpaniſche und arabiſche Geſaͤnge und Romanzen von Liebe, Krieg und Ritterlichkeit ſind mit dieſem ro⸗ mantiſchen Gebände verbunden! Der Leſer kann ſich daher unſere Freude denken, als uns der Gouverneur der Alhambra kurz nach unſerer Ankunft zu Granada
*) d. h. die rothe(Burg), ſo genannt, weil die Strahlen der Sonne ſich dort zuerſt des Morgens röthen, oder wegen der Farbe des Geſteins, aus dem ſie gebaut iſt.


