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Orientalen und Balladen / Victor Hugo. Dt. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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Die mauriſchen Balcons im Kleezug ausgeſchnitzt; Die Fenſter, die ſich hinter den ſtummen Gittern decken, Vergoldete Palläſte, die Palmen die ſich ſtrecken Gleich Federbüſchen, oben wie Nadeln zugeſpitzt.

Die Minarete, die hoch in den Himmel ragen

Gleich Lanzeneiſen, die von weißem Schaft getragen; Bunte Kioske und Leuchtfeuer, wechſelnd dort;

Auf dem Serail dem alten, das hohe Mauern kränzen, Hundert metall'ne Kuppeln, die in den Schatten glänzen Wie Rieſenhelme fort und fort.

2.

O, das Serail! Die Nacht, da zittert es vor Freude. Bei froher Trommeln Klang, auf Teppichen von Seide Tanzten die Sultaninnen von ſeel'ger Luſt beglückt. Und wie ſich Könige mit Feſtgeſchmeide krönen

Zeigt es ſich ſtolz dem Blicke von des Propheten Söhnen, Mit ſechs mal tauſend Häuptern reich geſchmückt.

Bleich, mit erloſch'nem Blick, bedeckt mit ſchwarzen Haaren, So krönten ſie, die da gereiht auf Zinnen waren,

Dort der Terraſſen bunter Blüthenhain;

Voll Trauer, wie ein Freund, doch, wie er, Tröſtung reichend, Warf das Geſtirn des Todes, die blut'gen Züge bleichend, Der Mond auf ſie den falben Schein.

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