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Oden und vermischte Gedichte / Victor Hugo. Dt. von Ferdinand Freiligrath
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Doch jetzt laßt zu das grauſe Buch uns ſchlagen

Nicht laſſet mehr die ernſte Sphinx uns fragen,

Die es bewacht!— Wer, der da löſen kann

Ihr Räthſel? es entging ſchon mancher Leier! Schreibt auf der Reiche Stirn ſein Wort ſie— Feuer Und Blut ſind ihre Zeichen dann!

2.

Wir— laſſet uns nicht ſuchen, es zu deuten!— Warum denn, Dichter, über ſtummen Saiten Entſchliefſt du nicht? warum, ſie zu entweihn,

Trugſt auf den Markt du ſie und an die Ecken?.... Weil mein Gedanke mußte wecken

Ein ganzes großes Volk mit ſeinem Dräu'n!

Als ob man Welten ohne Chaos ſchüfe! Durchflammte meine Finſterniß kein Licht?

Und wollt' ich, bändigend des Schwarmes Wellen, Dem abgelauf'nen gegenüberſtellen

Das jetzt verrollende Juhrhundert nicht?

Und thut ein Volk nicht, das, gleich einer Seele, Sein Glühn erwärm', entflamme und beſeele, Dem Dichter Noth?— Wenn jach ſich der Orkan Vom Fels geſtürzt mit mächt'gem Flügelſchlagen, Dann iſt dem Brauſenden, ſoll mit Behagen

Er ſchweben, nicht zu groß der Ocean!