Druckschrift 
Angelo, Tyrann von Padua. Marion de Lorme / [Victor Hugo]. Dt. von Eduard Duller ...
Einzelbild herunterladen

Ich wollt', es wäre ſchon ſo weit mit mir. Unglücklich bin ich, Narr! Verſtehſt du's wohl?

L'Angely. Ich ſeh' es. Ihre Blicke, Ihre Trauer, Ihr mag'res Antlitz.

. Der König.

4 Wie denn, ſoll ich lachen? (Sich nähernd.) Sieh, deine Mühe iſt bei mir verloren! Was nützt es dir, zu leben? Schönes Handwerk, Des Königs Narr, ein falſches Glöckchen; Puppe, Die man hinwirft und aufnimmt, deſſen Lachen Im Alter nur Grimaſſe iſt. Was thuſt du, Zum Spielen nur geworben, noch auf Erden? Und warum lebſt du?

L'Angely.

Sire! aus purer Neugier; Doch weßhalb leben Sie? was nützt es Ihnen? 3 In tiefſter Seele Grund beklag' ich Sie! Weit beſſer wär' es, ein Weib zu ſein, Als König, ſo wie Sie es ſind. Ich bin Ein Gliedermann, deß Faden Sie regieren. Doch unter Ihrem königlichen Kleide Birgt ſich ein Faden, ungleich feiner, den Ein ſtärbrer Arm regiert; was mich betrifft, So bin ich lieber doch ein Gliedermann, In eines Königs, als in Pfaffenhänden. (Pauſe.)