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Angelo, Tyrann von Padua. Marion de Lorme / [Victor Hugo]. Dt. von Eduard Duller ...
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der Thürſteher bei Nacht, erzählte mir's. Die Sache er⸗ eignete ſich ganz neulich auf der letzten Reiſe unſrer Ge⸗ bieterin nach Venedig. Ein Sbirre, ein ſchändlicher Sbirre wagte es, ſie zu lieben, ihr zu ſchreiben, ihren Anblick zu ſuchen. Iſt ſo'was begreiflich? Unſere Gebieterin ließ ihn aus dem Hauſe weiſen und ſie that wohl daran.

Dafne(die Thüre neben dem Betſtuhl halb öffnend.) Gut, Reginella; aber ſie wartet auf Ihr Gebetbuch, weißt du?..

Reginella einige Bücher auf demdiſche aufräumend.) Was das andere Abenteuer betrifft, es iſt gräßli⸗ cher, aber eben ſo zuverläßig. Der arme Palinuro, der es ſeinem Gebieter anzeigte, daß er einem Spion im Hauſe begegnet ſei, ſtarb dafür noch am ſelben Abend. Gift! merk'ſt du's. Ich rathe Dir: ſei auf der Huth. In dieſem Pallaſte muß man Acht haben, was man ſpricht; es ſteckt in der Wand immer irgend wer, der einen hört.

Dafne. Nun ſpute dich doch! wir plaudern ein andermal. Unſere Gebieterin wartet.

Reginella(noch immer aufräumend und die Blicke auf den Tiſch gekehrt.) Wenn du ſo eilig biſt, ſo geh' nur voran. Ich folge Dir.

(Dafne entfernt ſich und verſchließt die Thüre, ohne daß Reginella es gewahr wird.)

Reginella. Ja, ſiehſt du Dafne; ich empfehle Dir Schweigſamkeit in dieſem verzauberten Pallaſt. In dieſem einzigen Gemache hier iſt man ſicher; kann man