Volkshaufen belagert, zwei Tage konnte er ſich nicht von ſeinen Waffen trennen und weigerte ſich ritterlich, die Capitulation zu unterzeichnen.— Endlich bedachte ſich die Volksmaſſe, nachdem ſtie ge⸗ funden, daß ein lärmendes Betragen nur ſeine Hartnäk⸗
kigkeit vermehre, auf ein demüthiges Auskunftsmittel,
welches ſeinen Zoru nicht reizen könne und ſeine Ent⸗ ſchloſſenheit entwaffnen müſſe. Und nun ging eine feier⸗ liche Trauerproceſſion, unter Anführung der Bürgermei⸗ ſter und Schöffen, und mit Nachfolgen der ganzen Maſſe des Volkes, langſam nach dem Hauſe des Gouverneurs,
um ihm die Capitulation zu überreichen. Sie fanden
den trotzigen alten Helden wie einen Rieſen in ſeinem Schloß verrammelt, die Hausthüre feſt verriegelt und ihn ſelbſt in voller Uniform, den dreieckigen Hut auf dem Kopf mit einem Muskedolner vom Gaubloch herabſehen.
Es lag etwas in dieſer furchtbaren Stellung, was auch den roheſten Pöbel mit Ehrfurcht und Bewunde⸗ rung erfüllte. Die lärmende Menge konnte nur mit Selbſtverachtung auf ihr feigherziges Betragen zurück⸗ ſehen, als ſie ihren kühnen aber ganz verlaſſenen alten Gouverneur treu auf ſeinem Poſten ſah, wie eine ver⸗ lorne Schildwache, und kräftig gerüſtet, ſeine undankbare Stadt mit dem letzten Bintstropfen zu vertheidigen. Dieſe Gewiſſensbiſſe wurden aber bald wieder durch die Macht des öffentlichen Unwillens verdrängt.— Indeſſen, das Volk verſammelte ſich in möglichſter Ordnung vor dem Hauſe und nahm die Hüte ab mit demüthigen Ge⸗


