lein es iſt ſchon eher ein ehrliches Maͤdchen in uͤbeln Ruf gekommen, blos weil ſie ſchoͤn und freund⸗ lich gegen Alle war.“
„Da ſollte ich doch meinen, daß Niemand der Schweſter Uebles nachrede!“ fragte Carl mit zorngluͤhenden Wangen:„waͤre ich, traun! ein Ritter wie Ihr, Graf Otto, ſollte Nie⸗ mand, ſelbſt ob eines ſolchen Scherzes willen, die Stirne bis Abend ganz behalten.“ 5
„Still! Still! nicht ſo hitzig, Carl Schild⸗ Knappe! Ihr verſteht doch wohl Scherz?“ fluͤſterte Otto, ſich zuruͤckziehend„ denn Carl be⸗ gann laut zu werden und die Augen der Umſte⸗ henden auf ſich zu ziehen.
Carl und Ritter Otto waren waͤhrend des letzten Feldzuges, durch manche gemeinſame, ver⸗ wegene That, Waffenbruͤder und vertraute Freunde geworden; dennoch geriethen ſie faſt alle Tage hart zuſammen und ſagten ſich harte Worte; denn Ritter Otto hatte in ſeinem Benehmen eine gewiſſe Zuverſicht auf ſeine hohe Geburt, die Carl verletzte; dieſer, der arme Sohn eines ein⸗ fachen Ritters, ſuchte dagegen ſeine Anſpruͤche auf eine derbe, unzarte Weiſe, die keine Ruͤck⸗


