Teil eines Werkes 
2. Theil (1836)
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Fünftes Juch.

1. Abbas Beati Martini.

Der Ruf Dom Claudes hatte ſich weithin verbreitet. Ungefähr zu der Zeit, als er Madame de Beaujeu zu ſehen ſich weigerte, trug jener Ruf ihm einen Beſuch ein, an den er noch lange ſpäter dachte.

Eines Abends begab er ſich nach dem Meßamte in ſeine canoniſche Zelle des Kloſters Notre⸗Dame; dieſe zeigte nichts Geheimes noch Auffallendes, mit Ausnahme einiger in den Winkel geſtellter Gläſer mit einem zwei⸗ deutigen Pulver, welches dem Schießpulver ſehr ähnlich war. Nur hin und wieder ſah man einige Inſchriften an der Wand, aber dies waren ganz allein fromme oder wiſſenſchaftliche Sprüche aus guten Schriftſtellern. Der Archidiakonus hatte ſich beim Scheine einer geſchnäbelten Kupferlampe an ein mit Manuſkripten bedecktes Pult geſetzt. Er ſtützte den Ellenbogen auf das aufgeſchlagene Buch des Honorius von Autun de libero arbitrio et praedestinatione, und blätterte, tief ſinnend, in einem ſo eben herangetragenen Folianten, dem einzigen Produkt der Preſſe, welches ſeine Zelle enthielt. Mitten in ſeiner

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