Hauptmann Leopold d’'Auverney war ei⸗ ner von denen Menſchen, die, auf welche Stu⸗ fe ſie durch Zufall und geſellſchaftliche Verhaͤlt⸗ niſſe immer geſtellt werden moͤgen, ſtets eine ge⸗ wiſſe Achtung und Theilnahme einfloͤßen. Er hatte indeſſen nichts beſonders auffallendes bein erſten Anblick; ſein Benehmen war kalt, ſein Blick theilnahmlos. Die Sonne der Tropen hat⸗ te zwar ſein Antlitz gebraͤunt, nicht aber dieſ⸗ Lebhaftigkeit der Bewegung und der Sprach⸗
verliehen, welche ſich bei den Kreolen haͤufig mit einer ſo uͤberaus reizenden Unachtſamkeit paaret. D'Auverney ſprach wenig, hoͤrte ſelten, zeigte ſich aber ſtets bereit zu handeln. Der erſte zu Pferd, der letzte unterm Zelte, ſchien er in ſei⸗ nen koͤrperlichen Anſtrengungen Zerſtreuung fuͤr ſeine truͤben Gedanken zu ſuchen. Dieſe Gedan⸗ ken, welche ihren traurigen Charakter in die fruͤhzeitigen Runzeln ſeiner Stirne gegraben hat⸗ ten, gehoͤrten nicht zu denen, welcher man ſich
durch Mittheilung entledigt, noch weniger zu
denjenigen, welche im frivolen Geſpraͤche ſich mit den Ideen anderer vermiſchen. Leopold d'Au⸗ verney, deſſen eiſernen Koͤrper die Anſtrengun⸗
3 gen des Krieges nicht beugen konnten, ſchien eine


