Skizzen aus Spanien. 629
nes Leibes erwartete, die Freudigkeit, womit er die Verheißungen vom ewigen Leben und die Abſolution, die ihm der Prieſter ertheilte, hinnahm. Schon zeigte das Gelaͤute der Todtenglocke an, daß die entſcheidende Stunde gekommen ſei— ſchon war dem Henker ſein Opfer uͤbergeben worden, und eben ſollte ſich der Zug nach dem Richtplatz in Bewegung ſetzen, als ploͤtzlich ein eiliger Bote von Sei⸗ ten des Gerichts den Befehl brachte, die Hinrichtung aufzuſchieben und den Verur⸗ theilten nach dem Kerker zuruͤckzubringen. Alle Anſtalten zur Hinrichtung wurden abbe⸗ ſtellt, und die officielle Erklaͤrung dieſes Raͤth⸗ ſels war, es ſeien neue Spuren einer wei⸗ tern Verzweigung der Verſchwoͤrung entdeckt worden, über die man den Naͤdelsfuͤhrer ver⸗ nehmen muͤſſe.— Beſſer Unterrichtete aber behaupteten, und die ganze Stadt wußte bald, daß ſchon einige Tage vor Faͤllung des Urtheils das Gericht einen Drohbrief erhal⸗ ten habe, worin ihm der Eſtudiantillo, der Bruder des Barbudo, von dem fruͤher ge⸗ nug, ſeit einiger Zeit aber gar nicht mehr die Rede geweſen, anzeige:»Er ſtehe an


