Skizzen aus Spanien. 9
nern des Landes verliert. Dies Urtheil mag allerdings denjenigen hart erſcheinen, die kei⸗ nen Unterſchied machen oder kennen, und je⸗ den angenehmen Eindruck, den eine Gegend auf ſie macht, in Bauſch und Bogen als Be⸗ weis fuͤr deren landſchaftliche Schoͤnheit an⸗ ſehen— und noch mehr ſolchen, die aus den ſchottiſchen Novellen nach beliebter Art, kein deutliches Bild, ſondern nur einen ganz all⸗ gemeinen Begriff, oder vielmehr ein Vorur⸗ theil, ja ein bloßes Wort:»die Hochlan⸗ des ſich abſtrahirt haben, und bei jeder be⸗ ſchraͤnkenden Beſtimmung dieſen ihren todten Schatz gefaͤhrdet glauben. Wir koͤnnten aber leicht ſogar aus den guͤnſtigſten Beſchreibun⸗ gen Walter Scotts den Beweis fuͤhren, daß die hochlaͤndiſchen Gegenden im Allgemeinen keinesweges ſchoͤn, ſondern im beſten Falle nur huͤbſch, intereſſant, romantiſch u. ſ. w. ſind*). *) Wenn man ſieht, wie wenig es Scott mit ſeinen mei⸗
ſterhaften und meiſtens vollkommen treuen Beſchreibun⸗
gen gelungen iſt, der großen Mehrzahl ſeiner Verehrer
und Leſer ein klares lebendiges Bild zu geben, oder
irgend etwas andres als ein Paar allgemeine Phraſen, ſo ſollte man billig jedem ähnlichen Verſuche entſagen.


