Georg bückte ſich, den entdeckten Gegenſtand aufzu⸗ heben— es war das kleine Meſſer, womit Wenzel das Siegel abgehoben, und deſſen Verluſt er nicht bemerkt hatte— er wurde leichenblaß.
„Was fehlt Euch, Georg, warum erſchreckt Ihr über dies Meſſer?“ fragte der Gerichtshalter.
„Es gehört meiner Frau!“
„Wie?“ riefen die Uebrigen faſt zu gleicher Zeit, und ein plötzlicher Schrecken ſchien für den Augenblick Alle ſtumm gemacht zu machen. Der Gerichtshalter faßte ſich zuerſt.
„Aber Georg beſinnt Euch! täuſcht Ihr Euch nicht? Wie ſollte Gertrud's Meſſer hieher kommen?
„Ich kenne das kleine Präſent ſehr gut; ich kaufte das Trennmeſſerchen für ſie in der Stadt, als ich ſie dort abholte; hier iſt noch das Silberplättchen mit dem ein⸗ gravirten G.“
„Hm! ſonderbar!“ verſetzte der Juſtitiar, auffällig iſt, wer wollte das leugnen, das Vorfinden dieſes Meſſers an dieſem Orte und unter dieſen Umſtänden. Wollt Ihr zur Entdeckung des frechen Diebſtahls und der Fälſchung,
Verbrechen, an die ich nun glaube, beitragen?“
„Gewiß, wir wollen es,“ war die a llgemeine Ant⸗ wort.
„So beginne ich mit einer Bitte an Georg. Ich werde Euch heute beſuchen, um mit Gertrud unter vier
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