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Der Freischulze : eine Erzählung / von Moriz Horn
Entstehung
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In der zuerſt genannten Stube treffen wir geſchonte Meubel und große Truhen an. Wir möchten uns der Ver⸗ muthung hingeben, daß jene Leinwandvorräthe enthalten und denken unwillkührlich daran, wie an ſtillen Sonntags⸗ nachmittagen die Hausfrau mit einer gewiſſen Befriedi⸗ gung über das blendende Lein Muſterung hält.

Wenn wir den Leſer bitten, uns auch noch auf den Bo⸗ denraum zu folgen, ſo kann dies ſelbſtverſtändlich nicht ge⸗ ſchehen, um dieſen ihm zu zeigen, zumal jetzt im Frühjahr der Getraidevorrath, welcher im Herbſte hier eingeheimſt wird, nicht vorhanden iſt, nein, wir betreten eine kleine Eckkam⸗ mer. Was finden wir hier in der friedlichen Wohnung eines Landwirths zu unſerem nicht geringen Erſtaunen? Kriegs⸗ waffen und zwar aus den Zeiten jenes unſeligen dreißig⸗ jährigen Religionsſtreites einen Bruſtpanzer, eine Pickel⸗ haube und ein mächtiges Schwert.

Einer aus der Familie des Freiſchulzen ſo ſagt die Tradition trug einſt dieſe Wehr; ſie mag ihm gedient haben, Haus und Herd, die Häupter ſeiner Lieben damit vor der Unbill des Krieges zu ſchirmen.

Im Gute iſt man nicht wenig ſtolz auf dieſe Fami⸗ lienſtücke, die von dem Muth und der Entſchloſſenheit eines ehrwürdigen Altvordern Kunde auf das jüngſte Geſchlecht gebracht haben. Bei Kirmesfeſten kommt das Geſpräch gern auf jene Zeit zurück und das ritterliche, wenn auch