Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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ſtuhl; ſein Antlitz leuchtete, wie in hehrer Begeiſterung; zwei große Thränen liefen langſam über ſeine Backen.

Er legte die Hand auf Hedwig's Haupt und ſprach: daß ich eine gute, ſchöne, gebildete Frau habe, wußt ich ſchon. Daß Hedwig aber auch die klügſte aller Frauen ſei, hat ſte mir heute bewieſen.

Ottilie warf der Gräfin einen bedeutungsvollen Blick zu. Die Gräfin lächelte:

Wir ſind nicht mehr nöthig mit unſerer Einmiſchung. Die Leutchen haben ſich ſelbſt verſtändiget.

Ich hab' ihm nur geſagt, was mein Gefühl mir ein⸗ gab. Was er von meiner Klugheit redet, verſteh' ich nicht, rief Hedwig.

Eben deshalb, mein Kind! Aus dem reinen Herzen einer ed'len Frau kann nur das Beſte kommen; wahre, uneigennützige Liebe iſt die rechte Weisheit.

Die Thüre ging auf; Schkramprl ſteckte den Kopf herein:

Ich ſoll den Maler melden, fragte der Rieſe, darf er kommen?

und der junge, umherziehende Künſtler, den wir bei Anton im Gaſthausſtübchen kennen gelernt, erſchien.

Sie verſprachen mir, hub er an, ein Portrait, in wel⸗ chem ich Sie wiederzugeben trachtete, wenn auch in klein⸗ ſten Dimenſionen, mit Goldſtücken zu bedecken, ſobald ich Sie aufIhrer Beſitzung heimſuchen würde; hier bin ich! Erkennen Sie mich noch? Gedenken Sie noch Ihres Verſprechens? Ehrlich geſagt, ich brauche Geld; ich will eine Reiſe nach Italien machen. Der Liebenauer