Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Nichts iſt unmöglich für die Liebe, ſagte Laura.

Weiter ſprachen und ſagten ſie Nichts zmehr.

O der häßliche Tag! Sieh' nur, Antoine, da kehrt er ſchon wieder, unſer Glück zu ſtören.

Unmöglich, meine Theure; Du biſt kaum ſeit einer Stunde bei mir.

Sehr galant. Du fängſt an, Dich auszubilden. Aber es kann doch Nichts helfen: ich muß fort, ſonſt überraſchen ſie uns. Es iſt ja ganz hell.

Das iſt nicht die Helle des Morgens! Um Gottes⸗ willen, Laura, was haſt Du mit der Kerze gemacht, die Dir hierher leuchtete?

Das kleine Endchen Wachslicht, das ich mit mir nahm? Ich hab' es ausgeblaſen

Und drüben in's Stroh geworfen?

Weiß ich's? Ich hielt es noch, ſo lang' ich Dich ſuchte. Nachdem ich Dich gefunden

Feuer! Feuer! erſcholl wildes Angſtgeſchrei vom Hofe herein!

Wie raſch es um ſich griff! Wie die Flammen, als wären ſie die Zungen hölliſcher Mächte, mit heißhunge⸗ riger Wuth an Allem leckten, was ſie erreichen konnten, und wie ſie Alles im ganzen Gehöfte bald erreicht hatten! Wie Gebäude, Dächer, Schuppen, Holzſtöße, Reiſe⸗ wagen, ja ſelbſt die halb ſchon herbſtlich entblätterten Bäume ſich in ein Feuermeer vereiniget, bevor Anton für Laura und ſich durch die Hinterwand des leicht gefügten

Bretterbaues einen Rettungsweg erzwungen; das