gung des lateiniſchen Antonius in's Deutſche iſt; nach welcher ihr, wie ſie zu äußern liebte, blos Kopf und Schwanz, nämlich: An⸗ und us übrig blieb. Und mit Amus wiſſe ſie Nichts weiter anzufangen. Denn der Paſtorſöhne Vorſchlag, asinus daraus zu machen, gab ſie zornig zurück, ſobald ihr der Herr Paſtor die Bedeu⸗ tung dieſes Wortes beigebracht.
Der Paſtor nun hatte Schloßfräulein und eigene Söhne vorbereitend unterrichtet, ſo gut und ſo ſchlecht er dies bei redlichem Willen im Stande geweſen. Anton, der nur als halbgeduldeter Freiwilliger an jenen Lehr⸗ ſtunden naſchen dürfen, hatte das Beſte davon in ſich aufgenommen und das Meiſte, weil er von allen der Be⸗ gabteſte geweſen. Das entging der feinfühlenden Tiele⸗ tunke nicht. Und wie ſie ſcheinbar den adeligſten Stolz gegen den armen Burſchen an den Tag legte, war ſie ihm innerlich am berzlichſten zugethan. Die Neckereien ihrer Schweſtern hatten es frühzeitig dahin gebracht, daß ſie ihre wahren Empfindungen in ſich verbarg, wie eine Schnecke ſich mit bedrohten oder gar betaſteten Fühlhör⸗ nern in's Innere des Hauſes zurückzieht. Linz und Miez, minder fein organiſirt und ihrem väterlichen Groß⸗ naſenträger ebenſo nahe verwandt, als Ottilie der durch ſie und ihr Geborenwerden entſeelten zarteren Mutter, machten aus ihrer Vorliebe für Puſchel und Rubs gar kein Geheimniß. Dieſe drei Verhältniſſe wuchſen mit den drei Paaren heran, wie es eben nur in ſolchen ländlichen Zu⸗ ſtänden möglich. Es war eine werdende Dorfſgeſchichte — nach altem Zuſchnitt.


