212
beabſichtigte und nur durch die närriſche Liebe zur gnädigen Frau zurückgehalten wurde!⸗
Als der Richter dieſe Ausſage triumphirend wiederholte, mit dem Bedauern, daß ſein Freund, der pſychologiſche Arzt, nicht zugegen ſei, zeigte Caro⸗ line aufrichtige Theilnahme und es entſchlüpften ihr, die nur von Emil aufgefangenen, vom Dritten über⸗ hörten Worte:„ſo war vielleicht Alles nur ein entſetzlicher Traum?“
„Nichts Anderes!“ flüſterte Emil ihr zu, indem er ihre Hand unter dem Tiſche ergriff, die in der ſeinigen zuckte und zitterte.
Das Rollen eines Wagens durch die Einfahrt ließ ſich vernehmen.
„Beſuch?“ fragte Emil.
„Vielleicht meine Mutter!“ ſprach Caroline und entzog ihm ihre Hand. Ihre Züge gewannen plötzlich einen ernſten, feierlichen Ausdruck.
Der Tafeldecker, der ſogleich hinausgegangen war, als man die Kutſche gehört, kam zurück und ſagte der gnädigen Frau etwas in's Ohr.
Dieſe bat den Richter um Erlaubuiß, die Tafel verlaſſen und ihre Mutter empfangen zu dürfen. Dann erhob ſie ſich. Den Tafeldecker winkte ſie nach. „Werden wir Ihre Frau Schwiegermutter nicht
6—


