Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Tante Barbara begnügte ſich nicht mit ſo ne⸗ gativem Lobe. Sie ſagte gerade heraus:Du biſt ein prächtiger Burſch geworden, Hermann! und dann ſchickte ſie die großen, klaren Augen ringsum den Tiſch, in den Mienen der aufwartenden Dienerſchaft ihres Ausſpruchs Beſtätigung zu ſuchen und zu fin⸗ den. Denn alle ſchauten verklärt darein, weil ſie alle, (nicht ohne Oppoſition gegen den abweſenden Theodor,) den jüngern Bruder liebten. Nur der Haushofmei⸗ ſter, wohl wiſſend, welchen Vorzug der ältere Bru⸗ der in des Vaters Meinung vor dem Anweſenden genoß, wagte nicht unbedingte Zuſtimmung zu zeigen. Er ſah ſeinen Gebieter erſt fragend an. Doch ſobald dieſer freundlich der Schweſter zunickte, erlaubte ſich Lobeſam desgleichen zu thun, und zwar mit großem Vergnügen.

Nach aufgehobener Tafel begaben ſich die Herr⸗ ſchaften in das Geſellſchaftszimmer, wo ſie, recht hei⸗ ter geſtimmt, noch ein Stündchen ohne Zeugen zu verplaudern gedachten. Denn mehr oder weniger legt die Anweſenheit der Diener, mögen es auch alte, der Familie engvertraute ſein, der freien Ent⸗ faltung des Geſpräches immer Feſſeln an. Es gibt gar manches, was man in Gegenwart von Zeugen zu berühren fürchtet, weil man ſchon vorher weiß,