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Unter der Erde : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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rinnen. Kämpfen wir alſo tapfer für unſer Leben! Es iſt Pflicht gegen uns ſelbſt und gegen unſere Fa⸗ milien!“

Einige zuſtimmende Aeußerungen folgten dieſen Worten; dann gingen Alle ſchweigend weiter, bis ſie endlich die hoch gelegene Eliſabeth⸗Grube erreichten. Hier waren ſie jedenfalls ſicher gegen den Andrang des Waſſers. Friedel ſelbſt ſprach ſeine Ueberzeugung aus, daß ſie viel eher erſticken als ertrinken würden.

„Aber auch dieſe Gefahr iſt nicht ſo drohend,“ fuhr er fort,—„denn jedenfalls wird man uns von außen zu Hülfe kommen und den Bach abdämmen. Die wil⸗ den Waſſer aus den alten Schächten ſind nicht zu fürchten, obgleich ſie mit ſo furchtbarer Wucht auf uns herab ſtürzten. Die Menge iſt nicht groß genug, um alle Gruben und Stollen gänzlich auszufüllen, und da⸗ rum wird uns nicht jeder Luftzutritt abgeſchnitten wer⸗ den. Was ich fürchte, iſt hauptſächlich der Hunger. Es können Tage vergehen, ſechs, ſieben Tage vielleicht, ehe wir uns durch den Eliſabeth⸗Schacht durch arbei⸗ ten, und darum richte ich die Frage an Euch: wieviel Lebensmittel hat Jeder von Euch bei ſich?“

Die Männer antworteten Alle ganz gleichlautend. Keiner von ihnen beſaß mehr als die gewöhnliche Ta⸗ ges⸗Ration. Nur Einer antwortete nicht, und dieſer Eine war Hans, der ſich in den dunkelſten Winkel der Grube zurückgezogen hatte.

„Nun, Ihr Männer,“ nahm der Oberſteiger aber⸗ mals das Wort,—„Ihr werdet einſehen, daß wir beſtimmte Entſchlüſſe faſſen, und beſtimmte Maßregeln treffen müſſen, um einerſeits ſo lange als möglich unſer Leben zu friſten, und andererſeits ſchnellmöglichſt unſere