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Mutter iſt gerettet. Ich muß zu ihr! Schmül⸗ke Le⸗ben, ich danke dir, und nie, niemals werde ich dir dieſe Großmuth vergeſſen!“
„Soll mir Gott, was du ſprichſt, Andreas!“ ſagte Schmulche lächelnd.„Lauf' hin, und des Herrn Segen ruhe auf der Brodrinde! Wir werden einander wieder⸗ ſehen, hoffe ich, und dann wirſt du vielleicht mir helfen können, wie ich dir geholfen habe.“
„Mit tauſend Freuden!« rief Andreas aus.„Aber jetzt,— meine Mutter ſtirbt vielleicht vor Hunger,— ich muß fort! Adieu, Schmül⸗ke!“
„Gott mit dir!« ſagte Schmulche, und Andreas rannte davon. Plötzlich ſchien ſich der Judenknabe auf etwas zu beſinnen.„»Andreas! Andreas!“ ſchrie er dem hinweg Eilenden nach.„Andreas!“
Andreas hörte ihn nicht mehr, und als Schmulche nach ihm aufſchaute, konnte er keine Spur mehr von ihm entdecken.
„Das iſt dumm!« murmelte er vor ſich hin.„Wir haben vergeſſen, uns zu verabreden, wo wir uns treffen wollen, und nun werden wir lange in Paris umher⸗ laufen können, ehe wir einander wieder einmal begegnen. Nun denn, hoffen wir auf einen günſtigen Zufall, und vor der Hand will ich einmal zuſehen, ob ich nicht doch irgendwo noch ein Stückchen Brod auftreibe, denn der Hunger thut weh, und mein Magen weiß nichts davon, daß ich Mittagsbrod gegeſſen habe, wie ich zu Andreas ſagte, um ihn zu bewegen, daß er die Brodrinde neh⸗ men ſollte. Aber gleichviel! Schlimmſten Falls bin
ich an's Faſten gewöhnt und werde nicht gleich Hungers 39th
ſterben, wie die arme Mutter Andrê's. Vorn Betteln wir wieder ein bischen!“ 8


