Druckschrift 
Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Menſch, und ich konnte mich auf ihn verlaſſen. Nun bin ich in Verlegenheit, wie ich ſeine Stelle erſetzen ſoll. Eine Erinnerung an Richard blitzte in Georg auf. Ich wüßte wohl Jemanden, der ſich für die Stelle eignen würde, Durchlaucht, erwiederte er. Nennen Sie ihn, wenn Sie für ihn gut ſagen, will ich ihn ohne Weiteres annehmen.

Nicht ſo ſchnell, gnädigſter Herr! Erſt muß ich ſehen und prüfen. Doch dazu bedarf ich einige Tage Urlaub. Wenn Durchlaucht denſelben gnädigſt gewäh⸗ ren wollten.

Ei gewiß, mein lieber Geheimerath! Mit vielem Vergnügen, auf ſo lange Sie wollen.

Ich werde Ihre Güte nicht mißbrauchen, Durch⸗ laucht. Nur einige Tage, und vielleicht glückt es mir, Ihnen einen recht guten Diener zu verſchaffen.

Am nämlichen Tage noch verabſchiedete ſich Georg und eilte mit Extrapoſt nach Berlin. In der Nacht kam er an; fuhr bei der glänzenden Wohnung Richards unter den Linden vor, verlangte Einlaß, und mußte zu ſeinem Erſtaunen hören, daß Richard ſchon ſeit länger als einem halben Jahre das Haus verlaſſen habe.

Und warum das? fragte Georg.

Ei nun, das Geld mochte wohl ausgegangen ſein, lautete die Antwort.

Und wo kann ich ihn finden?«

Gott weiß es, wohin er gezogen iſt! Wir hier im Hauſe haben nichts weiter von ihm geſehen und gehört.«

Das waren ſchlimme Nachrichten! Einſtweilen be⸗ ſchloß Georg in einem Hotel zu übernachten, und am andern Tage Nachforſchungen anzuſtellen. Dies ge⸗