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Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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zücken in einer Weiſe Luft, welche dem ruhigen Georg manches Lächeln entlockte. Er tanzte, ſang, jubelte, ſprang und hüpfte wohl fünf Minuten lang in der Stube umher, bis er endlich den erſten Freudenſturm ausgetobt hatte und ſich außer Athem und ganz er⸗ ſchöpft in eine Sophaecke warf.

„Nun, ich hoffe, jetzt wirſt du nachgerade wieder vernünftig werden,« ſagte Georg, indem er den über⸗ glücklichen Freund ſanft auf die Schulter klopfte.„Ich gratulire dir von Herzen zu deinem Reichthume, aber ich rechne auch darauf, daß du ihn mit Verſtand be⸗ nutzen wirſt.“

„Ja Bruderherz!“ rief Richard aus, dem noch der Kopf ſchwindelte.„Jetzt ſoll ein Leben für uns be⸗ ginnen, wie wir's in unſern ſchönſten Träumen noch nicht geträumt haben. Mich wundert nur, wie du ſo ſchrecklich gelaſſen bei unſerem Glücke bleiben kannſt?“

„Ich freue mich deshalb nicht weniger darüber, daß nun alle deine Wünſche erfüllt ſind,“ antwortete Georg lächelnd.„Nur fürchte ich, daß dieſes ſo plötzlich vom Himmel auf dich herab regnende Glück....“

„Bitte, bitte, Georg, nur jetzt nichts von deinen Sorgen und Befürchtungen, die ich ja alle kenne!“ unterbrach ihn Richard ſchnell.„Heute und morgen und die nächſten Tage ſollſt du weiter gar nichts thun, als dich mit mir freuen. Was du nachher mit deiner Hälfte machen willſt, das ſei dann deine Sache.“

„Meine Hälfte?“ fragte Georg erſtaunt.„Haſt denn du ganz vergeſſen, Menſch, daß ich gar kein Loos genommen habe? Richard, ich bitte dich, halte deine

Gedanken beiſammen, ſonſt gehen ſie im Galopp mit dir durch.“