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Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Aktenſtücken der Geſellſchaft überzeugt, daß die Lebens⸗ Verſicherung eine der herrlichſten Wohlthaten iſt, die der Menſchheit geboten werden kann. Wollte nur Gott, daß es die Menſchheit auch recht einſähe. Ja, ja, be⸗ ſter Herr Rath, glauben Sie mir! Sie kennen mich ja ſchon lange, Sie wiſſen, daß ich kein gewinnſüchtiger Mann bin, und daß ich mein leidliches Auskommen habe, alſo neue Geſchäfte nicht zu übernehmen brauchte, um vielleicht ein paar Groſchen und Thaler mehr zu verdienen. Aber dieſe Agentur hätte ich nimmer ab⸗ lehnen und zurückweiſen können, und wenn ſie mir per⸗ ſönlich auch keinen Pfennig Nutzen in Ausſicht geſtellt hätte, denn es iſt eine ſo gar vortreffliche Sache, dieſe Lebens⸗Verſicherungsanſtalt. Wo ſie benutzt wird, bringt ſie Segen in's Haus und in die Familie, wo man ſte verſchmähet, verſcherzt, verachtet, da iſt ſchon häufig Kummer, Gram, Sorge, ja Verzweiflung die Folge ge⸗ weſen. Dürfte ich Ihnen nur ein paar Fälle erzählen, die auf lauterſte Wahrheit begründet, und wirklich vor⸗ gekommen ſind, Sie würden mir beiſtimmen und Recht geben!«

Aber ſo erzählen Sie, erzählen Sie doch, lieber Herr Agent,« ſagte die Frau Räthin haſtig, und hielt mit ſanfter Hand den kleinen, beweglichen Mann auf dem Stuhle zurück, den er zu verlaſſen Miene machte. Sie glauben gar nicht, wie ſehr mich Alles intereſſirt, was mit der Lebens⸗Verſicherung im Zuſammenhange ſteht, und wie lebhaft ich wünſche, das Weſen und die Bedeutſamkeit derſelben immer richtiger, tiefer und gründ⸗ licher kennen zu lernen. Alſo bitte, erzählen Sie, und du wirſt gewiß auch gern zuhören, lieber Mann!«

Rath Heimberger lächelte ein wenig zweideutig,