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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſtanden die Pferde, aufgehalten durch die vorbereiteten Hinderniſſe, plötzlich ſtill, und zugleich ertönte von al⸗ len Seiten der Ruf:Halt da! Halt!« ein Ruf, von zehn rauhen Kehlen bewaffneter Männer ausge⸗ ſtoßen, welche jetzt aus der Dunkelheit hervorbrachen, ſich den Pferden entgegenſtürzten, die Poſtillons ergrif⸗ fen, an beide Wagenſchläge ſprangen und an die Rei⸗ ſenden die barſche Frage ſtellten:wer ſie ſeien?«

Frau von Korff mit Familie!« lautete die Antwort.

»Das iſt möglich,« erwiederte eine Stimme, aber Sie müſſen es beweiſen!

Bei dem erſten Rufe, beim erſten Blitze der Säbel und Gewehre, waren die Officiere der Garde du Corps von ihren Sitzen aufgeſprungen, hatten die Hand an ihre verborgen gehaltenen Meſſer gelegt, und mit einem Blicke um Erlaubniß gebeten, Gebrauch davon machen zu dürfen. Aber der edle Ludwig der Sechszehnte ver⸗ bot ihnen, Gewalt anzuwenden. Die feindlichen Flin⸗ ten blieben gegen den Wagen gerichtet. Drouet er⸗ griff ein Licht, leuchtete dem Könige damit in's Antlitz, und gebot ihm, ohne ihn zu nennen, aus dem Wagen zu ſteigen und dem Prokurator der Gemeinde ſeine Reiſepäſſe vorzulegen. Noch hielt der König die Hoff⸗ nung feſt, nicht erkannt zu ſein, und ſtieg aus. Seine Familie folgte ihm.

In dem Augenblicke, wo die königliche Familie über die Straße ſchritt, bemerkten ſie einige Huſaren; es waren diejenigen, welche Herr von Choiſeul auf Neben⸗ wegen von der Brücke von Somme Vesle herbeiführte. Die in den Straßen ſchon zahlreiche Nationalgarde ließ ſie zwar paſſtren, traf aber zugleich Maßregeln, ſie in Reſpect zu erhalten.

Ein Königsſohn. 3