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Jenseits des Meeres : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Noch zögerte der ſtrenge Vater; endlich aber reichte er dem Sohne die Hand.

»Steh' auf!« ſagte er milder, als vorhin.Wenn du wirklich Reue empfindeſt und dir ſelbſt Beſſerung angelobt haſt, ſo ſollſt du wieder mein Sohn ſein. Bleibe denn für jetzt, noch einmal wollen wir es mit einander verſuchen!

Hans jauchzte laut auf vor Freuden, und zog die Hand des Vaters an ſeine Lippen, ſie mit Küſſen be⸗ deckend. Die Mutter weinte ſtille Wonnethränen; auch der Vater konnte einige Rührung nicht verbergen.

»Freuet Euch nicht zu früh!« ſagte er gleichwohl mit warnender Stimme.»Hans muß mir erſt Beweiſe ſeiner Beſſerung geben, ehe ich ihm wieder ganz Vater ſein kann!

»Ich werde ſie dir geben, Vater; erwiederte Hans betheuernd; und die Mutter fügte zuverſichtlich hinzu: Gewiß, Vater, gewiß, er wird es! Ich ſehe es an ſeinem ganzen Weſen, und an ſeinen offenen, ehr⸗ lichen Augen, aus denen er nie. ſo wie heute geſchaut hat!«

Die gute Zuverſicht und das feſte Vertrauen der Mutter wurde in keiner Beziehung getäuſcht. Hans hatte in der Fremde den Werth der Heimath gründlich ſchätzen gelernt, und fühlte ſich unter dem väterlichen Dache vollkommen glücklich und zufrieden. In der Werkſtelle galt er bald für den fleißigſten und gewiſſen⸗ hafteſten Arbeiter; im Hauſe zeigte er ſich beſcheiden, genügſam und unterwürfig. Von Tage zu Tage wurde der Vater freundlicher gegen ihn, und endlich, ein volles Jahr nach ſeiner Rückkehr, umarmte er ihn eines Abends, drückte ihn an die Bruſt und küßte ihn.