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Ein Bibelblatt : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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der ſtrafende Arm Seiner Gerechtigkeit! Mir iſt ge⸗ ſchehen nach meinen Thaten, und ich danke Gott, daß Er wenigſtens euch gerettet, daß Er mir die Gnade gewährt hat, euch noch einmal zu ſehen, die ich tödten wollte! Oh, könnt ihr mir denn meine Miſſethat ver⸗ zeihen? Könnt ihr, könnt ihr vergeben, was ich euch Böſes zufügen wollte?«

Die Stimme der Knaben erſtickte in Thränen, die Mitleid und Theilnahme ihnen auspreßten. Aber ſie drückten die Hand des Unglücklichen und ihre Blicke ſagten ihm, daß ſie ihm Alles und Alles von Herzen verziehen hätten. Ein mattes Lächeln umſpielte die bleichen Lippen Wenzels und ſein Auge richtete ſich dankend und demuthsvoll nach Oben.

Das iſt Troſt und Erquickung! ſagte er.Ach, wäre die Mine nicht ſo früh losgegangen, ich hätte die That noch verhindert ich war ſchon auf dem Wege dazu mein Gewiſſen trieb mich ich fühlte Reue aber zu ſpät, zu ſpät die Mine flog auf und mich ereilte die Strafe! Aber Gott iſt gnädig! Er ſah wohl, daß ich Reue empfand, und darum be⸗ hütete er euch, darum rettete er euch, und traf nur mich, den Schuldigen! Und um meiner Reue willen hat er vergönnt, daß ich euch noch einmal ſehen und eure Vergebung erflehen dürfe vor meinem Ende! Und das erquickt meine ſündhafte Seele! Ach, es wäre ja zu entſetzlich geweſen, wenn ich hätte ſterben müſſen mit dem Bewußtſein, der Mörder von euch zwei unſchul⸗ digen Knaben zu ſein! Ach! könnte ich nur wieder gut machen durch Reue und Buße, was ich geſündigt! Könnte ich nur hoffen auf die große Barmherzigkeit des himmliſchen Vater! Ach, könnte ich nur beten, nur