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„Es freut mich, daß Sie ſo zufrieden ſind,“ ſagte Karl.„Ich ſelbſt habe mir nur ein Stückchen Land gewünſcht, und deßhalb ſo eifrig am Strande gearbei⸗ tet. Jetzt muß ich nun freilich von vorn anfangen, aber mit zwanzig Jahren verliert man den Muth nicht leicht. Ich werde brachliegende Felder anbauen, und in Jahr und Tag hoffe ich der freie Beſitzer eines kleinen Gütchens zu ſein.“
„Der Plan iſt gut,« antwortete Rudolph.»Glück läßt ſich unter allen Ständen finden, und zuweilen mangelt es auch, ſelbſt in einem ſo ſchönen Schloſſe, wie das meines Grundherrn.“
Die jungen Mädchen drückten den Wunſch aus, das Schloß zu ſehen, und da Rudolph im Beſitze der Schlüſſel war, begab man ſich dahin. Iſabelle und Julie, die noch nichts ſo Schönes geſehen hatten, be⸗ wunderten Alles, und erſtaunten nur, daß man ein ſo prächtiges Haus könne leer ſtehen laſſen.
„Das kommt daher, weil der Beſitzer durch Amts⸗ geſchäfte an die Stadt gefeſſelt iſt, wo er ein noch ſchö⸗ neres Haus beſitzt,“ ſagte Rudolph.„Wenn er frei wäre, würde er wohl oͤfter kommen, denn immer klagt er über die Ketten, die ihn drücken, und mit Recht, denn er iſt in der That der Sklave ſeiner Würden. Goldene Feſſeln ſind auch Feſſeln, und oft ſchwerer, als eiſerne. Hier ſehen Sie ſchöne Betten mit ſeide⸗ nen Decken und weichen Kiſſen, und doch ſchläft mein Grundherr nicht gut darin, und ſeine Gemahlin leidet ewig an Migräne, Nervenübeln und an Gott weiß was noch. Fühlen ſie ſich einmal ein wenig beſſer, ſo peinigen ſie ſich mit ängſtlichen Gedanken um ihren Sohn Philipp, der Schiffskapitän iſt, und ſchon zweimal


