20 Erſtes Kapitel.
ſich gezeigt, was den Frieden der Sonntagsfrühe geſtört hätte: zu dieſer Jahreszeit ſind die Feldgeſchäfte noch nicht. ſo drängend, daß die Landleute auch am Sonntag zur Arbeit gehen. Vor Kurzem hatte der Wind die erſten Töne des Glockenläutens herübergetragen und damit den Beginn einer wo möglich noch tieferen Ruhe angezeigt. In dem Augen⸗ blicke aber, wo der Flüchtling plötzlich die Aufmerkſamkeit des Anderen anrief und zu dem Dorfe hinüberlenkte, erhob ſich, nicht vornean, ſondern tiefer in den Ort hinein, mit einem Male eine dunkle Rauchwolke in den leuchtenden Him⸗ mel, verdichtete und vergrößerte ſich mit unheimlicher Schnelle und breitete ſich raſch über das Dorf hin. Von Zweifeln in Anſehung des Urſprungs und der Bedeutung dieſer Erſchei⸗ nung konnte leider keine Rede ſein. Denn Detlef's Worte waren kaum ausgeſprochen, als bereits ein fahler Schein innerhalb des dunkeln Gewölks die Flamme verrieth, deren vollen Glanz der helle Sonnenſchein dämpfte.
Feuer an einem ſolchen Ort, bei ſolcher Bauart und endlich bei dem lebhaften Winde, der durch das Dorf und über daſſelbe hin ſicherlich kaum weniger ſcharf entlang fuhr als hier am Strande, iſt aber nicht blos für die Einwohner ſelber etwas außerordentlich Trauriges und Verderbliches, ſondern muß auch in der Ferne den kälteſten Zuſchauer er⸗ ſchrecken und bis in's Herz ergreifen.
„Na, da ſchlage Gott den Teufel todt—'s iſt richtig!“ rief Caspar, und wenn die Worte auch in unſerem Sinne kaum eine rechte Theilnahme beweiſen möchten, ſo zeugte der
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