Teil eines Werkes 
3. Bd. (1869)
Entstehung
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nehmſten Enttäuſchung, das durch Florian's Geſicht glitt. Dann war ſein Entſchluß auch ſchon gefaßt, und mit einem‚Nun denn in Gottes Namen! ſchritt er durch die Veranda, die Teraſſen hinab, die jenſeitige Höhe hinauf und rüſtig Neu⸗Othmar zu. Daß die Schwie⸗ rigkeiten dort oben wuchſen, wußte er, allein er war entſchloſſen, ſie zu beſiegen; denn jeder Gedanke, der dem unglücklichen Kinde noch Unrecht that, jede Minute, die beim Werk der Aufklärung, der Rettung verloren ging, erſchien ihm wie eine nie zu verzeihende Sünde. Und er drang auch durch bis zu dem ihn mit finſte⸗ rem, zürnendem Erſtaunen empfangenden Freund; er wies deſſen zorniges:Ich will nichts mehr von dieſen Dingen hören! mit einem noch entſchiedenern:Du mußt! zurück und theilte dann in ſcharfen, faſt har⸗ ten Umriſſen das Nothwendigſte mit.

Das zuerſt mißmuthige und ungläubige, bald aber immer finſterere Lauſchen Othmar's und der endlich aus jedem Zuge, jedem Blick hervorleuchtende Zorn führten indeſſen zu keinem gewaltſamen Ausbruch. Dagegen geſchah etwas Anderes, das der Freund noch weniger für möglich gehalten hatte: die alten Augen zerdrück⸗ ten wie mit furchtbarer Anſtrengung eine aufſteigende Thräne, und dann ſagte er dumpf:Du und Bilings⸗ felden, Ihr irrt Euch. Der rechte Verderber iſt nicht