Teil eines Werkes 
2. Bd. (1869)
Entstehung
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im Tone der Verachtung hinzu:Aber gleichviel! Es wäre ſchlimm, wenn ein ſo armſelig Geſchöpf mein Spiel und meine Pläne ſtören könnte. Treibe, was Du kannſt, nur auf unſere Bekanntſchaft poche nicht. Ich desavouire Dich. Und da wir jetzt zur Genüge von einander wiſſen, ſchloß ſie mit voller Kälte,ſo dächte ich, könnte auch dieſe Unterredung enden.

Er behielt jedoch ſeinen Platz mit voller Ruhe.Du biſt doch ein ganz erſchreckliches Menſchenkind, Hilde⸗ gard, verſetzte er die Achſeln zuckend und beinahe phlegmatiſch.Sieh, ich geſtehe zu, daß die plötzliche Kunde von Dir im Verein milt Dieſen Frugem anrtch wirklich ernſtlich beſtürzten und mich auf ein Haar zu irgend einer Dummheit verleitet hätten. Wie ſollt' ich denn wiſſen, ob er nicht am Ende eingeweiht ſei?

Dank' es meiner guten Schulung, daß ich noch recht⸗

zeitig einlenken konnte. Jedenfalls war es jetzt beſſer, daß ich jener andern Dame Reuterholm gedachte und daneben noch irgend eine andere myſteriöſe Perſön⸗ lichkeit auftreten ließ, die man gleichfalls desavouiren kann. Damit erreichen wir allerhand. Das Erſtere muß Jedermann als Mißverſtändniß befinden, der von jener

gehört oder ſie gar einmal geſehen hat und nun Dich

erblickt; damit aber weiß er dennoch noch keineswegs von Dir, da dieſe Deine Verbindung am Ende nur

Hoefer, In der Welt verloren. II. 15