Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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ſtand der rothe Domino in der Ecke. Das Rauſchen der Muſik übertäubte die Worte, die jene austauſchten, aber er ſah, was ſie ſprachen. Er ſah, wie Arthur, von ſeinem Glücke übermannt, ſein ganzes Herz vor Roſa aus⸗ ſchüttete, wie lange verborgene Empfindungen jetzt rück⸗

haltslos über ſeine Lippen ſtrömten. Es war das Abend⸗

roth ſeiner verſinkenden Hoffnungen und Träume, das auf Roſa's Antlitz glühte. Das Geſpräch wurde ſtiller und ſtiller, nur einzelne Worte trieben auf der ruhigen Flut des innigen Einverſtändniſſes umher; über Roſa's Geſicht flogen Sonnenblicke des Entzückens; der Blick ihrer Augen flammte im Schmucke unendlicher Liebe. Der Roſenſchein auf ihrem Antlitz ſagte, daß ſie den Arm, der ſie jetzt ſanft umſchlang, zum erſten Male an ihrem Herzen fühlte, daß ſie zum erſten Male ſich willen⸗ los hinabneigte und zum erſten Male ihre Lippen auf fremde Lippen drückte, nicht in vielen, vielen Küſſen, wie ſie dem Lauſcher einſt von denſelben Lippen wurden, ſondern in einem einzigen langen Kuſſe nur.

Es regte ſich etwas im Hintergrunde der Loge; es war, als bewege ſich die Wand. Arthur und Roſa flogen auseinander, und indem ſie unverwandt in die verdächtige Ecke blickten, ſchien immer deutlicher und beſtimmter eine menſchliche Geſtalt aus der rothen Tapete hervorzutreten. Die Geſtalt machte eine Wendung und ſchritt der Thür