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Auf den Kater Murr legte Hoffmann, faſt un⸗ ter allen ſeinen Werken, den hoͤchſten Werth, und in dem letzten Theile deſſelben glaubte er zu lei⸗ ſten, was er fruͤher noch nicht vermocht.
Zu ſeinem Geburtstage in dieſem Jahre hatte ihm Koreff uͤbrigens ein Heft mit aͤchten Callot⸗ ſchen Blaͤttern geſchenkt. Dieſe gaben ihm die Idee zu der Prinzeſſin Brambilla, die im naͤchſt⸗ folgenden, 1821, erſchien, und zu der er mehrere jener Blaͤtter, mit Gegenſtaͤnden, die in den Gang der Handlung eingreifen, abbilden ließ.
In der Vorrede bezeichnet er ſeinen Zweck bei dieſem Maͤhrchen dahin, daß es eine aus einer philoſophiſchen Anſicht des Lebens geſchoͤpfte Haupt⸗ idee verſinnlichen ſollte, und die hier zum Grunde liegende war, die Verbindung des Humors mit der Phantaſie. Er glaubte das Werk gelungen, und uͤbergab es, wie ſeine fruͤheren, ſeinem Freunde Hitzig, deſſen Urtheil daruͤber fordernd. Dieſer, der ihn ſtets mit der groͤßten Offenheit behan⸗ delte, verhehlte ihm nicht, daß er ihn hier auf ei⸗ nem ſchon oft, aber noch nie ſo entſchieden betre⸗ tenen Abwege zu erblicken glaube, naͤmlich dem
in zwei geiſtigen Prinzipe, die der Moment ſcheidet.— Mozart als Kind erinnere mich daran, daß ich den Hoͤrnern recht viel zu thun gebe. P*


