6³ ner im Kammergerichte entſtehenden Vacanz, als Rath, nach ſeiner bedeutenden Anciennetät, in dies Collegium ein, welches Verhältniß, verbunden mit den anſehnlichen Honoraren, die er nun ſchon erhielt, ihm, der außer für ſich, nur für die Be⸗ dürfniſſe einer in ihren Anſprüchen, über alle Be⸗ griffe beſcheidenen Frau zu ſorgen hatte, die Mit⸗ tel gab, mehr als gemächlich zu leben; und im näm⸗ lichen Sommer noch wurde ſeine Undine mit großer Pracht auf die Berliner Bühne gebracht, und mit Beifall aufgenommen, wodurch er eine Local⸗Celeb⸗ rität und mit ihr Einladungen über Einladungen im Berliner Geſellſchaftskreiſe erhielt.
Geld aber über ſeinen Nothbedarf und geſell⸗ ſchaftlicher Wirrwar waren die zwei Klippen, die Hoffmann nie zu umſchiffen verſtand. Durch erſte⸗ res ließ er ſich zu allen Zeiten zur Schwelgerei; namentlich im Trunk, durch letzteren zur Umkeh⸗ rung aller Regel im Leben verleiten; ſo daß er aus Tag, Nacht, und aus der Nacht, Tag machte. In dieſen zwei Verkehrtheiten, die zuletzt in eine große zuſammenfloſſen, iſt die Quelle von Hoff⸗ mann's nachmaligem körperlichem, und leider auch geiſtigem Verfall zu ſuchen, und darum erforder⸗ lich, etwas ausführlicher über dieſen Gegenſtand zu ſeyn, wobei einige Worte über eine Spielart des ſocialen Verkehrs in Berlin nicht am unrechten Orte ſteh'n mögen. Es leuchtet hierbei zuvörderſt


