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Der weiße Sklave, oder Denkwürdigkeiten eines Flüchtlings : eine Geschichte aus dem Sklavenleben in Virginien u.s.w. ; (Seitenstück zu Onkel Tom's Hütte) / hrsg. von R. Hildreth. Nach der 17. amerikan. Aufl. aus dem Engl.
Entstehung
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Heinrich VII. 1498 die Küſten von New⸗Foundland und Labrador entdeckte, ſo gründete doch Walter Raleigh im Jahre 1585, indem er von ſeinem Patente, unbekannte Länder aufzuſuchen, Gebrauch machte, die erſte engliſche Niederlaſſung in Nordamerika, und nannte ſie zu Ehren ſeiner jungfräu⸗ lichen Königin EliſabethVirginien(virgo, die Jungfrau). Das Wappen des Staates ward demnach eine Jungfrau, die ſich auf eine Lanze ſtützt, und die Tyrannei, eine Geißel in der einen, eine zerbrochene Kette in der andern Hand haltend, mit Füͤßen tritt. Die Worte Virginia und Perse- verando bilden die Ueberſchrift.

Wie wenig der Wahlſpruch des Wappens von den Geſetzen der Ver⸗ einigten Staaten geſchützt und von den Bewohnern dieſes glücklichen Landes geübt wird, zeigt Hildreth in ſeinem Werke:der weiße Sklave. Er be⸗ ſchreibt die Sitten des Volks und ſchildert die Gegenden des Landes mit einer Gewandtheit und Wahrheit, die man in dem Buche Harriet Stowe's nicht findet. Seine Charaktere ſind originell und mit einer bewunderungs⸗ würdigen Schärfe gezeichnet. Während Onkel Tom durch eine maßloſe Ge⸗ duld und ein unerſchütterliches Gottvertrauen die Leiden der Sklaverei ſich erträglich zu machen ſucht, ſtrebt der männliche Geiſt Archy's die unwür⸗

digen Feſſeln thieriſcher Sklaverei durch Liſt und Gewalt zu brechen. Der

Mann hat den Mann geſchildert, und ihm Gefinnungen beigelegt, durch die er das wahre Intereſſe des Leſers zu feſſeln vermag. Muth und Frei⸗ heitsliebe kämpfen oft vergebens gegen die Rohheit und Grauſamkeit ver⸗

thierter Pflanzer, ſo daß einzelne Scenen einen peinlichen Eindruck hervor⸗

bringen; deſſen ungeachtet aber enthält das Buch Hildreth's Mahrheiten, deren Verbreitung eine Pflicht der Humanität iſt.

Leipzig, im Januar 1853.

Der Herausgeber.

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