Druckschrift 
Der Schleier : zwei Erzählungen / von C. Hildebrandt und H. Müller
Einzelbild herunterladen

212

Als er ſeiner Schweſter meldete, daß die Geheimeraͤthin mit ihrer Tochter bald nachkommen wuͤrden, ſagte ſie laͤchelnd: „Bruder, Bruder, geſtehe mir's nur, Du haſt Antonien lieb, und—“—„Joſe⸗ phine, ich geſtehe es Dir, ſie iſt meine Braut, ich bin mit ihr verlobt, ſo haſt Du's ja gewuͤnſcht.“— Das MNaͤdchen war ganz Freude und ſprach:„Mit dieſem Engel wirſt Du gluͤcklich ſeyn.“—„Dem Kaufmann Balde habe ich meine Verlobung geſchrieben, und an Fritzen will ich davon ſchreiben. Liebſt Du ihn noch?“—„Im⸗ mer noch herzlich.“—„Wirſt Du meinem guten Beiſpiele nachfolgen?“—„Dazu kann nun Nath werden,“ antwortete ſie und fragte, um ihre Verlegenheit zu ver⸗ bergen:„Wann koͤmmt denn die ſchoͤne Braut?“—„Gewiß iſt ſie mit ihrer Mut⸗ ter in einer Stunde hier,“ ſagte Hubert.