Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1818)
Einzelbild herunterladen

146 in ihrer Jugend Mangel und Armuth gekannt hatte. Sie wurde krank. Nie⸗ mand kam, der ihr ein troͤſtend Wort geſagt haͤtte; kein Arzt erſchien zu ih⸗ rer Huͤlfe, und im Grunde wuͤnſchte ſie dies auch nicht. Sie wuͤnſchte den Tod; ſie ſah ihn als den einzigen Freund an, der ihr uͤbrig geblieben war. Selbſtmoͤrderin zu werden wozu ſie nicht ſelten die Verſuchung fuͤhlte verhinderte ſie ihr Gewiſſen, das ihr jetzt ihr Vergehen um deſto empfindlicher vorwarf; je mehr es ihr ſagte, daß ſie um Liebe willen ſich an den Geſetzen der Kirche, oder, welches nach ihrem Glauben einerley war, an der Gottheit ſelbſt ſo ſchwer verſuͤndigt hatte. Im hoͤchſten Grade krank, lag ſie auf ihrem elenden Lager; Kaͤlte

und Naͤſſe waren ihr gleich beſchwer⸗

lich. Mehrere Tage lag oft ihr Brodt,