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Der Cid : nach spanischen Romanzen / besungen durch J. G. von Herder. Mit einer historischen Einleitung durch Johann von Müller
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Reichthum, Einrichtungen, mancherlet Arten des Vergnuͤgens und ſogenannte buͤrgerliche Ordnung, nicht aber die Freiheit hatten ſie zu verlieren, wofuͤr jene Dinge rechtlichen Menſchen kein genugthuender Erſatz zu ſeyn pflegen. Nie vereiniget als Nation, ſondern bloß unter des Weltreichs verhaßtem Joch⸗ fuͤgte ſich der Spanier, obſchon Landsmann der da⸗ maligen elenden Kaiſer ⁵5), den vom Caucaſus, dem Rhein, der Donau und dem baltiſchen Meer bei ihm einwandernden Staͤmmen. 6) Hin waren, bis auf dunkles Andenken, alle Vortheile und Annehm⸗ lichkeiten des civiliſirten Lebens; nur die, um alles troͤſtende, Religion der Chriſten blieb. Wenu vor Zeiten Griechenland, voll Feinheit und Luſt, harte Eroberer zu zaͤhmen vermocht, um ſo leichter uͤber⸗ wand die Religion Barbaren, die nichts in ihren Seelen fanden gegen dieſe mannigfaltigen, gebie⸗ tenden, heiligen Begriffe der lang unterrichteten Welt. Die Gothen, unbaͤndig in Leidenſchaften, ſonſt von einem gewiſſen germaniſchen Verſtand, kraftvoll und empfaͤnglich, wurden ſehr elfrige Chri⸗ ſten, auch hiedurch Herren von ganz Spanien. In

5) Honorius und Arcadius, Theodoſ'ens unwürdige Söh⸗ ne, der ein Spanier geweſen.

6) Alanen, Alemannen, Weſtgothen, Wandalen.