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ſem Abende ſchlug vielleicht dein Herz mitleidsvoll und liebend und hoffend fuͤr den unwuͤrdigen Osman. Beide blickten wir auf daſſelbe erhabne Schauſpiel, — Beide auf den Untergang der Sonne. Haͤtte ein kuͤhner Mahler, mit nachahmender Glut aber ſchwa⸗ cher Kraft, dieſe Szene auf die Leinwand gebracht, der Kenner wuͤrde ausgerufen haben!„Unnatuͤrlich!“ Juwelchmoſaik war der von leichten Wolken um⸗ ſchwebte Himmel, in jeder brennenden Farbe, die uns bekannt, und in tauſend namenloſen; und im Hinter⸗ grunde breiteten ſich die gluͤhenden Strahlen der un⸗ tergehenden Sonne glorreich aus, bis ſie ſich in der obern Luft verloren. Und nun aͤnderte ſich die Sonne wieder. Tiefer und tiefer ſenkte ſich der große Sonnenball, dahineilend wo er angebetet wird, und der Himmel ward zum glaͤnzenden Gelb des Topas. Und wieder eine ſanftere Miſchung, Bernſtein, blaſſer Bernſtein war die Farbe, in welcher ich, als ich noch einmal hinſchaute, zum letzten Male die gleichſam em⸗ porſchwebende Geſtalt Mariens erblickte.
Der Abendhauch wehte ſanft,— die Schiffer ſangen ihr froͤhliches Abendlied.
„Es iſt eine ſchoͤne Nacht zum Segeln, Sig⸗ nor,“ ſagte der Steuermann:„ſollen wir aus der Bay hinausfahren?“ Nachts herumzuſegeln war ein ſo gewoͤhnlicher Zeitvertreib fuͤr mich geweſen, daß er mich meiſt immer ſo fragte. Ja, antwortete ich, und dachte bei mir ſelbſt, daß ich ſo die Nacht zubringen, nach den Sternen blicken und auf


