eine Pauſe. Der Baron fühlte ſich— ein Zucken der Wimpern und des Schnurrbarts verrieth es— im Bann der klugen, ſcharfblickenden Augen ſeines Gegen⸗ übers nicht ganz wohl... Bah, er, der Freiherr von Riedgras! Er räuſperte ſich und nahm das Wort.
„Wir erwarteten zwar, Sie einmal bei uns zu ſehen, doch— der Beſiegte muß zum Sieger kommen.“
„Wie ſo? Ah— Sie ſpielen auf unſern Wahl⸗ kampf an. Aber, mein beſter Baron— nehmen Sie mir eine offene Bemerkung nicht übel: das konnten Sie ſich vorherſagen, daß in der Reſidenz nur der liberale Candidat Ausſicht habe; auch ſind Sie ſo kurze Zeit erſt Bürger unſerer Stadt—“
„Hm, ich dächte, mein Name—“
„Iſt ein Name von beſtem Klang, doch hier handelt es ſich um die Geſinnung.“
„Sie iſt lauter wie mein Name.“
„Wer wagte, daran zu zweifeln! Al in zwei Menſchen können beide das Beſte wollen und doch ſehr verſchiedener Anſicht ſein. Unglücklicher Weiſe hatte ich die Majorität hinter mir.“
9„Die Majorität, ich gebe nicht ſoviel auf die
Miajorität.“ 9


