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„Ich hätte Dir etwas zu ſagen—“
Er öffnete raſch die nächſte Thür und lud durch eine Handgeberde zum Eintritt ein.
Schüchtern und doch erregt, wie Marmor blaß, aber auch leuchtend, Pſyche, die vor dem Fallen der ſchützenden Hülle ſchaudert, ſtand Coſima vor ihm.
Beim Himmel, dachte er, ſchön iſt ſie doch!
Ihre Wimpern hatten ſich wieder geſenkt, und ihre Finger griffen fiebernd in einander.
„Ich habe Dich um Verzeihung zu bitten.“
Er zuckte triumphirend empor. Alſo doch! Schwach wie alle, aber im Bekenntniß ihrer Schwäche doppelt reizend!„Wir waren beide thöricht, Coſima“, ſprach er haſtig.„Du mit Deinem Mißtrauen ſahſt zu viel, und ich war blind bisher.“
„Du biſt von Natur und durch Erziehung anders, als ich. Das hätte ich nicht vergeſſen oder früher er⸗ wägen ſollen. Ich werde den Weg zu Deinem Herzen ſuchen.“
„Du haſt's! Du haſt's!“
„Ich bin wieder Dein.“
„Mein!“ rief er, und die Leidenſchaft loderte aus ſeinem Blick.„Mein!“ wiederholte er und preßte Coſima an ſich.
Im nächſten Augenblick hatte ſie ſich losgeriſſen
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