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eine ſolche Verleumdung ihr Haus verlaſſen? Dachteſt vielleicht, Du könnteſt unſer Schloß noch erreichen und hier übernachten?“
„Ehrlich geſtanden, das dachte ich nicht. Siehe, ich war noch halb krank, ich glaubte ihr auch anfangs ge⸗ wiß nicht; aber Deine Amme, die alte Frau Roſel, wurde aufgeführt, ſie hatte es der Wirthin geſagt, ſie hatte mich ſelbſt mit ins Spiel gebracht und bedauert, daß ich um meine Liebe betrogen ſei, da— o ſieh nicht weg, Marie, werde mir nicht bös! Ich ſchwang mich aufs Pferd und ritt vors Schloß herauf, um ein Wort mit dem zu ſprechen, der es wage, Marien zu lieben.“
„Das konnteſt Du glauben?“ rief Marie, und Thränen ſtürzten aus ihren Augen.„Daß Frau Roſel ſolche Sachen ausſagt, iſt Unrecht, aber ſie iſt ein altes Weib, klatſcht gerne. Daß die Frau Wirthin ſolche Sachen nachſagt, nehme ich ihr nicht übel, den ſie weiß nichts Beſſeres zu thun. Aber Du, Du, Georg, konn⸗ teſt nur einen Augenblick ſo arge Lügen glauben, Du wollteſt Dich überzeugen, daß—“¹ von neuem ſtrömten ihre Thränen, und das Gefühl bitterer Kränkung er⸗ ſtickte ihre Stimme.
Georg zürnte ſich ſelbſt, daß er ſo thöricht hatte ſein können, aber er fühlte auch, daß, wenn er ein großes Unrecht an der Geliebten begangen hatte, es nur die Liebe war, die ihn verleitete.„Verzeihe mir nur dies⸗ mal,“ bat er.„Sieh, wenn ich Dich nicht ſo lieb ge⸗ habt hätte, ich hätte gewiß nicht geglaubt. Aber wenn Du wüßteſt, was Eiferſucht iſt!“
„Wer recht liebt, kann gar nicht eiferſüchtig ſein,“


