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Vieh, und für die Mädchen ſchöne bunte Bänder und Tücher bringen.
Dieſe Drei waren es auch, die das Geſpräch führten, das nur hin und wieder durch einen Ausruf der Verwunderung oder durch ein Klopfen mit den Krugdeckeln von den übrigen ehrſamen Bürgern unter⸗ brochen wurde.
Dieſe Männer handelten uüͤbrigens eine Materie ab, die Georgs Intereſſe ſehr in Anſpruch nahm. Sie ſprachen über die Unternehmungen des Bundes im würtembergiſchen Unterland. Der Krämer mit dem ledernen Rücken hatte erzählt, daß Möckmühl, worin ſich Götz von Berlichingen eingeſchloſſen, von den Bün⸗ diſchen erſtürmt, und jener tapfere Mann gefangen worden ſei.*
Der Rathsherr hatte zu dieſer Nachricht liſtig ge⸗ lächelt und einen guten Zug von ſeiner beſſern Sorte ſ getrunken; der Hagere ließ aber den Lederrücken nicht
ausſprechen, er ſchlug den Takt mit den langen Fingern etwas vernehmlicher und ſagte mit hohler Stimme: „Das iſt erſtunken und erlogen, Freund! ſeht, das iſt gar nit möglich, denn der Berlichingen verſteht die ſchwarze Kunſt und iſt feſt, das muß ich wiſſen, und überdies hat er allein mit ſeiner eiſernen Hand in mancher Schlacht zweihundert Mann maustodt ge⸗ ſchlagen, was wird er ſich denn fangen laſſen.“
„Mit Verlaub,“ unterbrach ihn der fette Herr dem iſt nicht alſo, ſondern Götz iſt in der That gefangen
oe Lebensbeſchreibung Götzens von Berlichingen, von ihm ſelbſt geſchrieben, edit. Piſtorius. Nürnberg 1731.
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