Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Mutter wollte mich durchaus zum Theologen machen, und weil dieſer Stand in meinem Vaterland der eigent⸗ liche prioilegirte Gelehrtenſtand iſt, ſo wurde mir in meinem ſiebenten Jahre Mensa, in meinem achten Amo, in meinem zehnten Typto, in meinem zwölften Pakat eingebläut. Sie können ſich denken, daß ich bei dieſer ungemeinen Gelehrſamkeit keine gar angenehmen Tage hatte; ich hatte, was man einen harten Kopf nennt; das heißt, ich ging lieber aufs Feld, hörte die Vögel ſingen, oder ſah die Fiſche den Fluß hinabgleiten, ſprang lieber mit meinen Kameraden, als daß ich mich oben in der Dachkammer, die man zum Muſenſitz des künftigen Paſtors eingerichtet hatte, mit meinem Brö⸗ der, Buttmann, Schröder, und wie die Schrecklichen alle heißen, die den Knaben mit harten Köpfen wie böſe Geiſter erſcheinen, abmarterte.

Ich hatte überdies noch einen andern Gang, der mir viele Zeit raubte; es war die von früher Jugend an mit mir aufwachſende Neigung zu ſchönen Mädchen. Sommers war es in meiner Dachkammer ſo glühend heiß, wie unter den Bleidächern des Palaſtes Sankt Marco in Venedig; wenn ich dann das kleine Schieb⸗ fenſter öffnete, um den Kopf ein wenig in die friſche Luft zu ſtecken, ſo fielen unwillkürlich meine Augen auf den ſchönen Garten unſeres Nachbars, eines reichen Kaufmanns; dort unter den ſchönen Akazien auf der weichen Moosbank ſaß Amalie, ſein Töchterlein, und ihre Geſpielinnen und Vertraute. Unwiderſtehliche Sehnſucht riß mich hin; ich fuhr ſchnell in meinen Sonntagsrock, friſirte das Haar mit den Fingern zu⸗